Die grüne Vase

Heute waren die Blumen in der grünen Vase verwelkt. Eine Sonnenblume mit etwas Grün, gemischt mit übriggebliebenem Schleierkraut von vor zwei Wochen. Es sah zugegebenermaßen etwas zusammengestümpert aus, aber es passte beides zusammen in die grüne Vase. Beim Entsorgen der Blumen bemerkte ich ein angeklebtes Blatt im Inneren der Vase. Es war gut sichtbar im semitransparenten Glas. Zeit sie mal ordentlich auszuwaschen. Wie lange ich diese grüne Vase wohl schon habe? Ich weiß genau, zu welchem Anlass ich sie bekommen habe. Vor langer Zeit zu einem Geburtstag von meiner Schulfreundin Sabrina. Ich glaube, dass ich das Geschenk damals irgendwie komisch und irgendwie doch gut fand, mit 14 (oder 15?). Bei einer Vase schwingt immer das ungewünschte Geschenk – „Oh was für eine wunderschöne Vase, vielen Dank!“ – mit. Aber ich mochte die Vase, obwohl ich damals nie Blumen gekauft habe. Für mich ist eine Vase ein Staubfänger mit Bestimmung, ein Dekoobjekt mit tieferem Sinn. Vielleicht ist die Vase deswegen immer mit mir umgezogen, auch ohne regelmäßige Bestückung. Seit einiger Zeit kommt die Vase häufiger zum Einsatz, vielleicht habe ich das Blumen-kauf-Alter nun erreicht. Ob Sabrina die Vase damals selbst für mich ausgesucht hat? Oder war es vielleicht eins der beliebten Notfallgeschenke, die Mütter gelegentlich zur Hand haben, wenn man die Geburtstagspartys der Mitschülerinnen mal wieder verpennt hat? Wahrscheinlich weiß sie das selbst nicht mehr. Melden könnte ich mich trotzdem mal wieder. Ist länger her, dass wir gesprochen haben.

Ein Trend und ich (nicht)

Heute wollte ich eine Gießkanne kaufen. Nein, nicht so ein grünes 12-Liter-Monstrum für den Balkon, sondern ein kleines, feines Modell für das Grünzeug, das es bei mir trotz fehlendem Gärtner-Gen auf dem Fensterbrett im Wohnzimmer über die Jahreszeiten schafft. Ich zog also los und war mir meiner Sache sicher: Das quietschbunte IKEA-Plastik-Schnabeltassenmodell sollte es nicht werden, mir schwebte etwas Stilvolleres in Richtung Kupfer vor. Weiterlesen „Ein Trend und ich (nicht)“