Die Liebe in den Zeiten der Corona

Ich habe einen Mann kennengelernt. Wir haben uns getroffen. Einmal, zwei Mal, drei Mal, vier Mal, fünf Mal, sechs Mal. In zwei Wochen sechs Mal. Meine Anziehung, mein Interesse, meine Sympathie, meine Neugier, meine Sehnsucht ihm gegenüber wuchsen exponentiell. Was erstaunlich war, denn schon der Ausschlag unseres ersten Treffens war ungewöhnlich hoch. Meine mathematischen Fähigkeiten halten sich stark in Grenzen, aber so viel verstand sogar ich: Diese Kurve begann nicht schleichend bei O, sondern auf sehr hohem Niveau.

Dann kam Corona. Wir trafen uns. Ein siebtes Mal, ein achtes Mal. Meine Anziehung, mein Interesse, meine Sympathie, meine Neugier, meine Sehnsucht ihm gegenüber wuchsen exponentiell. Aber wir sahen uns seltener als sonst. In zwei Wochen nur diese zwei Mal. Dinge mussten geklärt werden, Menschen wurden krank, Angela Merkel bat um Einschränkung der Sozialkontakte. Unsere Kurve flachte ab, mein Gefühl intensivierte sich. Meine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt. Ich fieberte Treffen 9 entgegen. Dann erkältete ich mich und spürte Panik, dass er mich unter diesen Umständen nicht würde sehen wollen. Aber er wollte. Ich fiel in glückseligen Schlaf (bis meine Rotznase mich weckte).

Was ich erlebte war die Liebe in den Zeiten der Corona.

 

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